Es darf sich nicht um utopische Spinnereien handeln, es muss durchgerechnet sein

Auf dem Kandidatenportal (https://service.piratenpartei-nrw.de/kandidatenportal/index.jsp) erhielt ich eine spannende Frage(https://service.piratenpartei-nrw.de/kandidatenportal/member/kandidatBefragung.jsp?displayProfile=felixccaa#16252):

Die Rheinische Post zitiert in ihrem Artikel vom 24.01.2013 den Parteienforscher Koschmieder: „Nach ihrem Einzug in die Parlamente seien die Piraten ‚entzaubert‘ worden.“ War es richtig für die Piratenpartei zu Land- und Bundestag zu kandidieren? Wäre es nicht besser gewesen erst für Kommunalwahlen anzutreten?

–> Hier der ganze Artikel: http://nachrichten.rp-online.de/politik/piraten-klarmachen-zum-kentern-1.3146087

–> Und hier eine Antwort dazu (weil zu lang für die Datenbank!):

Ich halte nicht viel von Koschmieders Einschätzung (besonders nicht: „Es dürfe sich nicht um utopische Spinnereien handeln. ‚Das muss durchgerechnet sein‘ “ *), stimme aber dem vorletzten Satz zu: „Die Leute wählten nämlich nicht nur Themen, sondern sie wollten auch das Gefühl haben, dass da jemand ist, der sich mit dem Thema auskennt und dieses umsetzt.“

Es war in meinen Augen vollkommen richtig, sowohl bei den Landtagswahlen zu kandidieren, als auch zur Bundestagswahl. Es ist außerdem richtig und wichtig für die Kommunalwahlen anzutreten. Aber eben nicht eine Entscheidungshierarchie aufzuspannen.

Da alle drei Ebenen sehr unterschiedlich in den Anforderungen sind, sollte man nicht das eine tun, aber das andere lassen oder denken, eine bestimmte Reihenfolge sei erforderlich (z.B. kann man das BGE kommunal kaum angehen, auf Landesebene lote ich gerade aus, was da geht). Wir müssen auf allen drei Ebenen unsere überzeugendsten Leute ins Rennen schicken (übrigens plädiere ich dafür i-wann den Passus herauszunehmen, wonach nur ParteimitgliederInnen aufgestellt werden dürfen – als Partei der Teilhabe müssen wir aufhören, ständig Angst vor feindlicher Übernahme zu haben [wie kann ein/e BürgerIn ein Feind sein? Damit nähern wir uns immer mehr den klassischen Parteien an]).

Dass wir in Nds weit unter dem erhofften Ergebnis eingelaufen sind, sollte uns nun nicht verzweifeln lassen:
es war nur eine Frage der Zeit, wann das erste Scheitern geschehen würde.

Daraus zu schließen, wir sollten nicht zur BTW antreten, halte ich für verkehrt:
in Spanien sagte man zu mir, als ich meine Zweifel kundtat, ob ich denn als Kandidat überhaupt geeignet wäre bei so großer starker Konkurenz (also anderen KandidatInnen, die meiner Meinung nach ebenfalls in den Bundestag einziehen sollten): „Wieso? Ein ‚Nein‘ hast Du doch schon!“

Ein „Nein!“ haben wir schon! Wenn man nach draußen hört, gibt es kaum jemanden, der uns als politisch erforderlich hält, geschweige denn uns zutraut, dass wir genug Chuzpe besitzen, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und etwas Neues und Gutes zu implementieren, zu etablieren. Ich will den ewigen Bedenkenträgern gerne beweisen, dass sie sich im fundamentalen Irrtum befinden. Wer macht mit?

*Das BGE ist bislang eine Idee, eine Vision, ein Märchen. Wenn wir mit Zahlen ankommen, ist es vorbei! Wir pressen die Menschen in ein Korsett, lassen zu wenig literarische Leerräume, damit jede/r mit der eigenen Phantasie diese Leerräume auffüllen kann. Damit schließen wir die Tür, dass sich viele Menschen mit dieser Idee auf eigene Weise auseinandersetzen können. Wir haben die Enquete beschlossen, die können wir auch getrost abwarten (oder breitet sich die Sorge aus, die eigene „Leistung“ könnte nicht genügend urheberrechtliche Würdigung erfahren?) und bis dahin auf rund 30 Finanzierungsmodelle verweisen (die allein ich schon kenne) oder 50 – 100, die auf dem BIEN-Kongress erwähnt wurden.
Es muss allen klar sein:
Finanzierungsmodelle dienen nur Ungläubigen oder denen, die sich selbst daran abarbeiten wollen. Wer das BGE wirklich will, fragt nicht als erstes nach Geld – denn Geld ist nicht die Frage. Wer das BGE wirklich will, fragt als erstes danach, wer es noch will. Denn gemeinsam stellt man es auch auf die Beine – egal wieviel es kostet! Wenn i-wer gefragt hätte:“Ja, wer soll denn das bezahlen?“, als der Kölner Dom gebaut und dann von den Preußen als Zeichen der deutschen Einheit fertig gestellt wurde, dann wäre nicht einmal der Grundstein gelegt worden.

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