BGE – die sofortige Finanzierung

Schade, dass sich die Mär der heraufziehenden Inflation so hartnäckig hält – mit einem BGE ändert sich doch die Geldmenge NICHT

Kurzzusammenfassung zur Geldmenge M1:
diese Geldmenge wird definiert durch alle Giralgelder (und sofort verfügbare Anlagen) und alles Bargeld – M1 wird außerdem berechnet pro Kopf in einer Nation mit dem durchschnittlichen Gehalt mal 6 Monate = also in Deutschland ca. 82 Mio x 1.500 € x 6 = 738 Mrd (oder 82 Mio mal 9 k €)
(das wird zwar nicht immer von allen eingehalten und es ist durchaus schwierig, eine allgemeingültige Definition zu finden, aber zur Veranschaulichung reicht das völlig)
mit einem BGE wird NIRGENDWO neues Geld „gedruckt“ (anders als bei der Kreditvergabe durch Privatbanken), es kommt einfach nur anders in den Umlauf
BEISPIEL:
wenn ich alleiniger Herrscher wäre, kann ich in maximal drei Monaten das BGE eingeführt haben
man nehme:
100% MWSt, Abschaffung aller anderen Steuern und ich nehme 250 Mrd in die Hand
mit dem Stichtag des ersten Monats gebe ich an alle Menschen (also pro Kopf) 1.000 € – das macht 82 Mrd
da die MWSt die schnellste Steuer ist, die an den Staat zurückfließt (womit die Liquidität des Staates erheblich erhöht wird), habe ich am Ende des Monats etwa
30 bis 40 Mrd wieder zurück
im 2. Monat das Gleiche
im 3. Monat das Gleiche
rechnen  wir:
ausgegebenes BGE:
82 Mrd mal 3 (Monate)
_____________
246 Mrd
======
(30 Mrd mal 3 = 90 Mrd)
oder
(40 Mrd mal 3 = 120 Mrd)
eingenommene MWSt:
246 Mrd
 90 Mrd –
______________
156 Mrd
=======
oder
246 Mrd
120 Mrd –
_____________
126 Mrd
=======
Ich kann also nach drei Monaten das BGE komplett eingeführt haben und habe sogar noch Geld ÜBRIG – je nachdem wieviel Konsum stattgefunden hat
diese kleine Rechnung kann sich jeder mal gerne durch den Kopf gehen lassen
wenn irgendwer noch fragt, wie das denn bezahlt werden soll oder dass das Inflation gäbe – kann JEDER in wenigen Sätzen erläutern, dass das BGE finanzierbar ist und das ist sogar sehr einfach – es ist NUR eine Frage des politischen Willens und der Mehrheiten! Es ist KEINE Frage des Geldes!
Als die Sklaverei abgeschafft wurde, glaubte man auch an den Untergang der westlichen Zivilisation (s. auch „Cloud-Atlas„, das dort beschriebene Neo-Seoul würde es in der Form nicht geben MIT einem BGE)
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6 Gedanken zu „BGE – die sofortige Finanzierung

  1. Heiko Gerhauser

    Hallo Felix,

    Geldmenge M1 etc finde ich sehr kompliziert. Ich fange lieber mit der Annahme an, dass der Konsum von Privatverbrauchern konstant bleiben muss und wenn durch schnelleren Geldumlauf für die gleiche Menge Waren mehr Geld gegeben wird, dann gibt es Inflation.

    Solange das was die Leute ausgeben konstant bleibt, gibt es auch keine Inflation mit dem BGE.

    Antwort
    1. felixccaa Autor

      Lieber Heiko,

      seit wann ist die Dynamik von Geld verantwortlich für Inflation?

      Und was hat die Menge an Waren mit Inflation zu tun?

      Inflation (von lat. „inflare“ = aufblasen) ist ein altes Spukgespenst, dass landauf, landab durch die Gemüter geistert, die nie verstanden haben, dass Geld für sich genommen NICHTS wert ist. Nur wir Menschen geben „dem Geld“ den Wert. Und dieser Wert ist analog dem Vertrauen, dass wir uns gegenseitig entgegen bringen.

      Das wird man so niemals in irgend welchen Ökonomie-Abhandlungen finden, weil menschliches Vertrauen wissenschaftlich nicht messbar und nicht quantifizierbar ist.
      Ist aber für jeden selbst nachvollziehbar:
      wenn Menschen in ihrer Not Angst haben, nicht mehr genug zu bekommen, dann entsteht Inflation.

      Das BGE ist keine Lösung für alles. Und das BGE löst keine Inflation aus, weil die Geldmenge nicht erhöht wird.

      Selbst wenn die Geldmenge erhöht wird, kommt es nicht zur Inflation, denn die Geldmenge steigt ständig:
      beispielsweise dadurch, dass die Gehälter ansteigen oder dadurch, dass die Bevölkerung ansteigt (lässt sich leicht aus der oben angegebenen Formel ableiten).

      Antwort
  2. Heiko Gerhauser

    Ich kann mir auch vorstellen, dass mit einem BGE produktiver gearbeitet wird. Dann können die Leute mit BGE mehr konsumieren als heute und mehr Geld ausgeben als heute ohne Inflation. Ich finde die Argumentation so leichter nachvollziehbar.

    Antwort
    1. felixccaa Autor

      auch das ist SO nicht korrekt:
      produktiver sind wir auch heute schon (im Vergleich zu vergangenen Zeiten). Das hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit dem Erfindungsreichtum der Menschen und mit dem Bedürfnis alles was es zu erledigen gibt so effektiv wie nur möglich zu „erledigen“ (auch im doppelten Sinn des Wortes, zu vernichten, nicht nur zu verrichten).

      Die Menschen müssen auch keineswegs mehr konsumieren (tun wir das, geht das auf Kosten von Umwelt und den Menschen, die woanders auf der Welt mit für unseren Wohlstand sorgen – z.B. Afrika).

      Diese Argumentation magst Du gerne leichter nachvollziehbar finden, leider wird damit kein Phänomen wahrheitsgemäß abgebildet. Ich warne davor, solches Gedankengut zu verbreiten, denn es führt in der Folge nur zu weiterer Ausbeutung. Die Argumentation mit M1 ist alles andere als kompliziert. Es erfordert nur ein wenig Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

      Aber es stimmt, die Argumentation mit M1 ist nicht für jeden Rezipienten geeignet. Ich führe sie hier an, weil die Diskussion um Allokation und Distribution damit hinfällig ist. Und folgt man den Begrifflichkeiten, die ich hier wähle ist auch sofort klar, dass ich hier nicht „Lieschen Müller“ und „Hermann Harmlos“ damit adressiere, sondern Ökonomen anspreche, die immer wieder falsch behaupten, dass BGE sei nicht finanzierbar oder führe zur Inflation. Beides sind unwahre Aussagen. Ich unterstelle dabei nicht einmal böse Absicht oder gezielte Lüge. Es handelt sich vielmehr um das Phänomen Groupthinking und Betriebsblindheit innerhalb einer eingeschworenen Kaste von „Eingeweihten“, die den immer gleichen ritualisierten Umschreibungen ihrer Zunft folgen und nicht erkennen, dass modellhaft beschriebene Abläufe bezeichnet werden und nicht tatsächlich ablaufende Tatsachen.

      Antwort
  3. Heiko Gerhauser

    Hallo Felix,

    Ich finde das mit M1 und Mehrwertsteuer wirklich sehr schwierig zu verstehen. Meine Denke ist, im Schnitt ist der Privatkonsum etwa 1500 Euro pro Kopf und Monat. Wenn sich an der gekauften Menge Benzin, Glühbirnen, Salatköpfe etc. nichts ändert, aber die Leute 2500 Euro für den gleichen Warenkorb ausgeben, dann gibt es Inflation. Geld, welches unter der Matratze gebunkert wird, verursacht dagegen keine Inflation. Auch keine Inflation gibt es, wenn der Warenkorb nicht gleich bleibt, sondern eben mehr Waren drin sind. Wenn der Warenkorb gleich bleibt und wir ein BGE von 1000 Euro pro Kopf und Monat haben, und das BGE dann auch wirklich ausgegeben wird und nicht zwei 500 Euro Scheine pro Monat unter eine Matratze wandern, gehe ich davon aus, dass andere Einnahmequellen wie Löhne, Renten, Kapitaleinkünfte im Schnitt um etwa 2/3 kleiner werden müssen.

    Du hast sicher recht, nicht aller Konsum ist steigerungswürdig. Wenn bei mir ankommt (andere Einnahmequellen gehen nicht runter, nein, sie steigen, z.B. weil Müllmänner höhere Löhne bekommen müssen, damit sie den Job noch machen), dann kommt bei mir halt auch an, ah Konsum soll hochgehen, und dann denke ich mir, ok, das geht, wenn auch mehr produziert wird. Für möglich halte ich das, konservativ rechne ich aber viel lieber mit der Annahme, dass die 1500 Euro privater Konsum pro Kopf und Monat eine praktisch unveränderliche Größe ist, und damit jeder Euro mehr für das BGE bei irgendeiner anderen Einnahmequelle weg muss, z.B. über Steuern oder Inflation. Mit Inflation ginge es z.B., in dem ein nominales BGE von 3000 Euro gezahlt wird, andere Einnahmequellen nominal gleich bleiben, und dann von den 4500 Euro (bisherige private Geldeinnahmen, die für den privaten Konsum zur Verfügung stehen von 1500 Euro plus 3000 Euro BGE) weiter der gleiche Warenkorb gekauft wird, der bisher 1500 Euro gekostet hat. Preise sind dann das dreifache von heute, und auf die Weise haben wir inflationsbereinigt die anderen Einnahmequellen um 2/3 nach unten getrieben, ohne nominal etwas wegnehmen zu müssen.

    Leider weiss ich, dass das für mich so verständlich ist, aber das nicht heißen muss, dass es auch bei Dir so ankommt. BGEBGE.de erklären es vielleicht verständlicher, hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, wie die das machen.

    Antwort
  4. Henrik Wittenberg

    BGE & Inflation

    Wird es durch die Auszahlung des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) in Geldform zu einer Inflation kommen? Nein, denn durch eine massive Ausweitung der Geldmenge ist es bisher noch nie zur einem starken Anstieg der Inflation gekommen. Weder ist dies in Folge der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in den vergangenen Jahren in unserem Wirtschaftsraum beobachtbar gewesen, noch kann man dies im Zuge der noch extremeren Geldpolitik der Japanischen Notenbank, die seit den neunziger Jahren bis heute betrieben wird, feststellen (im Gegenteil leidet Japan weiterhin unter einer starken Deflation).

    Inflation entsteht, wenn die Lohnstückkosten über der Produktivität eines Landes liegen, wobei dies in maßvoller Form kein Problem darstellt (die EU hatte sich vor der Einführung des Euro auf ein gemeinsames Inflationsziel von 2 Prozent geeinigt). Eine hohe Inflation bedeutet also, dass die Lohnstückkosten deutlich stärker als die vorhandene Produktivität steigt, man also weit mehr Kaufkraft zur Verfügung stellt, als Güter und Dienstleistungen hervorgebracht werden (dann lebt man tatsächlich »über seine Verhältnisse«).

    Davon abgesehen ist eine solche angenommene Voraussetzung für eine Inflation bei der Einführung eins BGE gar nicht gegeben, da für die Finanzierung des BGE nur die vorhandene Geldmenge anders verteilt wird (analog zu den Waren und Dienstleistungen, die für alle ausreichend produziert, aber nicht gerecht verteilt werden). Eine »schleichende Entwertung« des BGE ließe sich darüber hinaus durch eine Kopplung an die Kaufkraft vermeiden.

    Dabei ist zu beachten, dass man sich unbedingt an den realen materiellen Bedürfnisse der Einwohner unseres Landes orientiert, und nicht – wie bei der heutigen Ermittlung des Existenzminimums – an dem Durchschnittsverbrauch der unteren Einkommensbezieher, welcher sich gezwungener Maßen eher an der Not bzw. an Knappheit und Mangel orientiert:

    Antwort

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