Warum es absurd ist zu glauben, mit einem BGE ginge niemand mehr arbeiten


„Dass das BGE die Menschen vom Arbeitszwang befreit, sieht der Schweizer FDP-Chef Müller genau als Problem: ‚Dann geht niemand mehr arbeiten‘, sagte er in der Zeitung Nordwestschweiz. ‚Der Mensch wird träge und faul, wenn man ihm alles hinstellt.‘ “

http://www.ksta.de/wirtschaft/bedingungsloses-grundeinkommen-politische-revolution-in-der-schweiz-,15187248,23101072.html

Natürlich ist das vollkommener Quatsch!

Diese Annahme geht von der völlig unzutreffenden Überzeugung aus, dass Menschen nur für Geld arbeiten gingen.

Das Gegenteil ist der Fall!

Oder hat schon einmal jemand gesehen, dass eine Hausfrau und Mutter von irgendwem Geld für ihre Abreit erhält? Was ist mit der Pflege von Angehörigen – hat dafür schon jemand ein Gehalt bezogen? Und der ganze Bereich des Ehrenamtes? Wer würde diese Arbeit den tun, wenn Menschen immer nur arbeiten gingen, wenn sie dafür monetär entlohnt werden?

Vom Argumentationsstrang her ist es das Gleiche, was gesagt wird, als vor fast 150 Jahren in den USA die Sklaverei abgeschafft wurde, wer denn dann noch die schweren Arbeiten auf den Baumwollfeldern machen würde.
Aber auch, dass das unmenschlich sei, die Sklaven in die Selbständigkeit zu entlassen, da diese ja wegen ihrer bekanntermaßen geringen kognitiven Fähigkeiten mit der Freiheit nicht zurecht kämen.

Klingt vertraut – nicht wahr?

Was geschieht denn, wenn tatsächlich keiner mehr arbeiten ginge? Wir haben ja gerade erfahren, dass 2/3 der geleisteten Arbeit in Deutschland unentgeltlich vollzogen wird (2006 Bundesamt für Statistik, 56 Mrd. Arbeitsstunden entgeltlich, 96 Mrd Arbeitsstunden unentgeltlich).

Nun? Was ist denn, wenn plötzlich niemand mehr Brötchen verkaufen will? Oder an der Supermarktkasse sitzt? Was ist denn wenn niemand mehr den Müll abtransportiert? Wenn niemand mehr Deine verzogenen Kinder betreuen oder unterrichten will? Was ist, wenn niemand mehr Straßenbahnfahrer oder Lokomotivführer sein will? Was ist, wenn niemand mehr Polizist oder Feuerwehrmann oder Raumfahrer oder Nachrichtensprecher mehr sein will?

Bitte nutzt die Kommentarfunktion und schreibt mir eure Phantasien auf, was geschehe, wenn ALLE Menschen ein BGE erhielten, das man nicht im Luxus aber bescheiden und dennoch auskömmlich davon leben könnte und was dann wäre, wenn NIEMAND mehr arbeiten ginge (also auch die Mütter sich lieber mit der Pulle Bier vor die Glotze setzen), wie die Annahme im oberen Zitat unterstellt.

Wer wäre das denn dann, der einem „ALLES hinstellt“?

 

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2 Gedanken zu „Warum es absurd ist zu glauben, mit einem BGE ginge niemand mehr arbeiten

  1. bgeroot

    Ich denke mit dem BGE würde fast jeder erst einmal weitermachen wie bisher. Das hat einfach den Grund, weil die eingepeitschte Arbeitskultur nicht sofort umgestellt werden könne. Die Meisten werden erst einmal sehr misstrauisch sein. Das war bei der Abschaffung der Sklaverei auch erst einmal so. Die befreiten wussten erst einmal gar nicht was sie anderes machen könnten. Wahrscheinlich ändert sich etwas nach 10 oder 20 Jahren, wenn dann eine neue freiere Generation herangewachsen ist. Diese Generation hat dann aber den großen Vorteil, dass sie mehr ausprobieren können, um den eigenen Weg zu finden.

    Und es gibt noch einen ganz wesentlichen Gedanken: Wenn jemand denkt, dass die Menschen (bzw. ein zu großer Teil davon) nichts mehr machen würde, der unterstellt doch, dass die Menschen heute zur Arbeit gezwungen werden. Selbst wenn es nur 3 Mio. oder so wären. Dann würde heute toleriert werden, dass diese 3 Mio. durch entsprechende Umstände dass machen müssen, was sie eigentlich nicht wollen. Das wäre ja dann Sklaverei. Dann müsste man ja sofort einschreiten und diese Sklaven befreien. Oder?

    Antwort
  2. Richter169

    Heute ist es so, die Leute gehen zum Arbeiten, damit sie überleben können. Aber ich kenne viele Leute, die würden gerne ihr Hobby zum Beruf machen. Sie würden da manchmal besser Arbeiten, wie gelernte in den Beruf. Mit ein BGE könnte ich mein Hobby zum Beruf machen. Der Mensch denkt doch in der Regel so, fahre ich ein VW und mein Nachbar ein BMW, will ich auch ein BMW oder Mercedes fahren. Die Menschen sind nie zufrieden, mit den was sie haben.

    Als Westdeutscher konnte ich in der DDR folgendes sehen, Jeder hat aus den was er hatte, was gemacht, mit den er sich zusätzlich Geld oder andere Sachen besorgen konnte. So wurde seine Wohnung schöner oder er bekam Reisen, die man Normal nicht bekommen konnte. Das alles gilt nur als Beispiel, ihr könnt euch vorstellen was man da alles machen kann.

    Bis dann
    LG von Richter169

    Antwort

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