Archiv der Kategorie: Uncategorized

Irrtum! Es ist genug für alle da!

Christoph Sieber - Lieber Asylanten als Nazi als Nachbar

Von Denkfunk habe ich das gezeigte Bild auf meiner facebook-Wall geteilt. Nachdem ich das geteilt hatte, erhielt ich folgende Antwort:

„Eine Frage wird ja wohl erlaubt sein? Warum wollen alle nach Deutschland ?Sie sind in der Türkei,Griechenland,Italien nicht sicher und sie könnten ja auch in Russland, Tschechen Slowakei,Rumänien Mazedonien, Polen usw Asyl beantragen. Bitte nicht verkehrt verstehen Deutschland so wie alle Länder der Welt haben die Pflicht Flüchtlinge aufzunehmen aber ab wann wird aus einen Kriegsflüchtling ein Wirtschaftsflüchtling? und gut ich bin Deutscher und sage wir können nicht alle aufnehmen also bin ich ein „Arschloch“ aber über einen „Asylanten“ der in Berlin Drogen verkauft und Polizisten als Nazi bezeichnet soll ich dankbar sein. Respekt christoph siebert oder wie hier [… hier folgte ein Link, ohne Informationsgehalt, sondern der nur Schmähungen und Niederträchtigkeit gegenüber Menschen enthielt, die Unterstützung verdienen – deshalb habe ich ihn entfernt …, Anm. des Blogers] ist bestimmt eine Bereicherung für unser Land“

In einem weiteren Post dann:

„Stell dir Deutschland mal als Rettungsboot vor mit 100 Plätze wenn du 200 aufnimmst geht es unter und keiner wird gerettet.Und zum Thema Israel möchte ich mich nicht äußern nur so viel der ganze Terror im Nahen Osten begann am 14. Mai 1948 ist aber nur meine Meinung.Ach noch was zu meinen Freundeskreis gehören Deutsche, Farbige,Kurden usw die Hautfarbe ihr Glauben oder ihre Herkunft ist mir schei..egal es kommt auf den Menschen an und weiter nichts nur falls jemand denk ich bin Rechts weil ich Deutscher bin und einen gesunden Menschenverstand habe (auch nur „meine Meinung“ ^^)“

Meine Antwort dazu:

Warum wollen also alle nach Deutschland?

Vielleicht weil Deutschland
1. die Statistiken fälscht (https://www.destatis.de/…/Met…/Begriffe/Arbeitszeit.html)
(die Arbeitslosenzahlen sind bekanntermaßen weit höher, als im Schaukasten oben rechts angegeben, bzw. es werden Menschen heraus gerechnet, die dennoch nicht ohne Transferleistungen der Staatsverwaltung/durch Behörden auskommen)

2. sämtliche Wirtschaftsleistung und Industriekraft in einem Sog/Strudel in die Mitte Europas zieht (z.B. auch, weil wir unterirdische Löhne bezahlen, die ihrerseits für einen sozialen Abstieg an der Peripherie Europas sorgt – Austeritätspolitik ist nur ein Stichwort in dem Zusammenhang)

„Wirtschaftsflüchtling“
Ich finde, eine Unterteilung in dieser Art weder zielführend, noch konstruktiv – sie spaltet nur.
Zumal ich auch eine Debatte darum, ob Menschen Flüchtlinge sind oder Einwanderer aus Gründen der Lebensverbesserung, energetisch ganz irreführend finde – warum sollte nicht jeder Mensch das Recht auf freie Ortswahl (grundgesetzlich verankert und Bestandteil der Menschenrechtscharta) uneingeschränkt ausüben dürfen?

Ein Zahlenspiel:
wenn jede Person ca. 50 m² Fläche zur Verfügung hätte, würde die ganze Weltbevölkerung auf der Fläche von Deutschland Platz haben (wohlgemerkt, flach, 1-stöckig – baut man 5 Etagen hätte jeder Mensch 250 m² Platz für sich ganz allein – es wäre also auch genug Fläche für Infrastruktur, Versammlungsräume, Kultur, Bildung usw. vorhanden).

Für Nahrungsanbau braucht/bzw. „hat zur Verfügung“ ein Mensch geschätzt 2.000 m² – diese Fläche könnten wir im übrigen Europa vorfinden – mit geschickten logistischen Verfahren schätze ich, dass ein Drittel Fläche vollkommen ausreichend ist.

Es gäbe also mehr als genug Platz und Ressourcen aller Art, dass ohne Weiteres 20 Mrd Menschen diesen Planeten sorgenfrei bevölkern könnten
(„http://www.zeit.de/…/die-erde-kann-20-milliarden-ernaehren“ ein Artikel aus 1961, der erstaunlich genau vorherberechnete, wie groß die Weltbevölkerung im Jahre 2000 sein würde).

Nach diesem Gedankenspiel könnte die ganze Weltbevölkerung in Europa leben und wäre auch nur auf der Fläche Europas versorgt – es gäbe noch weitere Kontinente für etwa 3 mal so viel Bevölkerung, wenn uns wirklich mal der Platz ausginge.
Also davon auszugehen, dass in „unserem Boot nur für 100 Menschen Platz wäre und 200 dazu kommen“, könnte unsachlicher nicht sein.

Das ist aber nur ein Gedankenspiel. Niemand wird das wirklich wollen, weil Menschen auch gerne freie Fläche für Natur haben wollen – so weit, so gut.

Fassen wir zusammen:
Es ist unwahr, dass wir nicht alle aufnehmen können – können wir sehr wohl und es ist auch genug für alle da.
Außerdem sind wir hier in Deutschland immer noch diejenigen, die im Vergleich zu allen anderen Ländern die geringste Anzahl Flüchtlinge aufnehmen (google ist Dein Freund: „http://www.ardmediathek.de/…/Ein…/Das-Erste/Video…„)

„Arschloch“?
Nein, ich finde nicht, dass Du ein Arschloch bist – denn anders als die menschenverachtenden Hetzer aus dem extrem rechten politischen Lager (wie im Filmbeitrag gezeigt), stellst Du wenigstens Fragen – und ich habe die Gelegenheit, die Falschinformationen und Fehlannahmen zu korrigieren.

Allerdings bei der Generalisierung, dass >einen „Asylanten“ (den Du auch noch in Anführungsstrichen setzt, um zu zeigen, dass es sich ja nicht um „richtige“ Asylanten handelt) der in Berlin Drogen verkauft und Polizisten als Nazi bezeichnet< begehst Du einen folgenschweren Fehler alleine schon in der Begriffszuordnung:
1. Du suggerierst, dass alle so seien oder zumindest, dass es viele davon gibt, oder die meisten eben
2. selbst wenn es Einzelne wären, erwartest Du aber, dass gefälligst im Vornherein „Maßnahmen“ getroffen würden, damit dieses „Risiko“ ausgeschlossen werde

Es muss jedoch jedem klar sein, dass es keine Garantien gibt, dass niemand vollkommen sicher ist davor, überfallen oder beschimpft zu werden, oder einfach nur, dass ein Mensch seinen Frust über ein schlimmes Schicksal laut hinaus schreit.

Und doch kann all das durch einem Deutschen viel eher geschehen, als durch einem Ausländer – noch seltener durch einen Asylanten – selbst von Wirtschaftsflüchtlingen geht eine vergleichsweise geringe Gefahr aus (alleine schon rein statistisch).
Mehr Menschen in einer Gruppe =höheres Risiko, weniger Menschen =geringeres Risiko
–> mal konkret in Zahlen – wieder als Gedankenspiel:
wenn ich unter 80.000.000 Deutsche lebe, habe ich eine 20 mal höhere Chance auf einen Überfall, als wenn ich unter 4 Millionen Ausländern lebe. Bei 0,5 Asylanten auf 1.000 Einwohner (s. Monitor-Aussage) kommt man demnach auf 40.000 Asylanten – demnach ist die Chance 160.000 mal höher durch einen Deutschen einen Schaden zu erleben, als durch „den Asylanten“ – selbst wenn man annehmen würde, dass die Asylanten zu 40% mehr an Straftaten verwickelt seien (ich wähle diese Relation völlig willkürlich und verweise zusätzlich darauf, dass bestimmte Aussagen rein aus politischem Kalkül getroffen werden) kommt man immer noch auf eine 96.000 mal höhere Chance.

Es ist also sachlich falsch und lässt sich durch nichts belegen, diese „Sorge um Deutschland“, dieser „gesunde Menschenverstand“. Warum unterhalten wir uns nicht darüber, um was es wirklich geht? Darüber, dass Du Angst hast. Dass irgendwann zu wenig vom großen Kuchen da sein könnte – weil noch mehr Menschen sich mit den Krümeln zufrieden geben müssen. Darüber dass Du den Politikern, die Du selbst gewählt hast, nicht mehr über den Weg traust. Dass Du aber anstatt Dich mit anderen Menschen zusammen zu schließen und Politik wieder in die eigene Hand zu nehmen, lieber Hetzparolen gegen Schwächere anstimmst – ist ja schließlich einfacher da etwas zu erreichen, wo keine Gegenwehr zu erwarten ist.

Für mich bist Du kein Arschloch, und – erstmal – auch kein Nazi (so lange Du Dich nicht an Gewalt beteiligst – nicht nur tätliche Gewalt, sondern auch soziale oder verbale Gewalt ausübst). Für mich bist du ein Mensch – wie viele andere auch – der mit dem Finger auf andere zeigt, obwohl drei Deiner Finger auf Dich selbst zeigen.

Es ist noch immer nicht zu spät, die Verhältnisse für uns selbst und alle anderen Menschen, in unserer Nation und auch in anderen Teilen der Welt zu verbessern. Nötig dazu ist eben, dass man sich zusammenschließt, dass man seine Vorurteile überwindet, und dass man sich wieder gemeinsam um das Gemeinwesen kümmert – also eben auch um Politik (nur bitte nicht mit schnellen Lösungen, wie jene, die sich selbst als „Alternative“ darstellen, aber unter diesem Deckmantel die genannte Gewalt anwenden).

Schlussbemerkung:

Überall auf der Welt habe ich folgende Zuschreibung zu Deutschland gehört:
„Die Deutschen sind toll, sie sind technologisch so fortgeschritten, sie sind fleißig, zuverlässig, und überall ist es so schön sauber, sie sind so ordentlich, sie sind sehr gebildet …“
„… aber sie sind als Menschen so kalt.“

Das darf sich jeder gerne auf der Zunge zergehen lassen

Breaking Through: Talking about suicide

Such a great article about suicide – but lso about connecting to each other (as support for those who may be in suicidal conditions)

A Bond as Powerful as Certainty

 ♦◊♦

Over the last couple of months since my TED Talk, I’ve been getting a lot of people contacting me through social media. They are mostly young people, which is great, but there’s a mix of others too. They come from all around the world. Many of them want something very simple from me. They just need someone to tell their secrets to.

I’m happy to listen. 

Their secrets are almost always about their mental health. Or, rather, the darkness within it. Admittedly, sometimes it scares the shit out of me. But, for the most part, it’s something that I know a bit about. Mostly because I’ve been there.

I’m not an expert. In fact, thanks to my probably pathological inferiority complex, with a dash of mother issues and a hint of chronic insecurity, I’m often uncomfortable when people actually listen to me. I’ll save those details for my therapist.

But it’s…

Ursprünglichen Post anzeigen 873 weitere Wörter

Three trends that will create demand for an Unconditional Basic Income

Add your thoughts here… (optional)

Simulacrum

The digitization of our economy will bring with it a new generation of radical economic ideologies, of which Bitcoin is arguably the first.  For those with assets, technological savvy, and a sense of adventure, the state is the enemy and a cryptographic currency is the solution.  But for those more focused on the decline of the middle classes, the collapse of the entry-level jobs market, and the rise of free culture, the state is an ally, and the solution might look something like an unconditional basic income. Before I explain why this concept is going to be creeping into the political debate across the developed world, let me spell out how a system like this would look:

  • Every single adult member receives a weekly payment from the state, which is enough to live comfortably on.  The only condition is citizenship and/or residency.

  • You get the basic income whether or not…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.452 weitere Wörter

Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

Add your thoughts here… (optional)

kritischerkommilitone

In einigen Kommentaren zu meinen Blog wird das BGE als Lösungsansatz für die beschriebenen Probleme vorgeschlagen. Auch, wenn ich diesem Thema nicht mit einem Blogeintrag gerecht werden kann, möchte ich hier versuchen einen groben Einstieg zu bieten. Bevor ich damit beginne, möchte ich noch darauf hinweisen, dass dieses Thema natürlich kein Bestandteil von unserem Studium ist. Das ist wirklich bedauerlich und auch peinlich. AbsolventInnen des Studiengangs „Arbeitsmarktmanagement“ haben nicht mal etwas von dieser genialen Idee des BGE gehört! Wie kann da noch die Rede von „Studium“ sein? Offensichtliche Manipulation trifft es da schon besser.
Die Arbeitslosigkeit wird heutzutage als zentrales Problem gesehen. Regierungen messen sich maßgeblich daran, wie hoch die Arbeitslosenquoten sind. Aber ist die Arbeitslosigkeit auch wirklich ein Problem? Kann es nicht als Fortschritt und Errungenschaft der Menschheit betrachtet werden, dass heute nicht alle „arbeiten“ müssen?
Diese Fragen haben mich ca. vor einem Jahr zum Nachdenken gebracht. Auf den…

Ursprünglichen Post anzeigen 414 weitere Wörter

Gibt es in Deutschland einen Fachkräftemangel?

Add your thoughts here… (optional)

kritischerkommilitone

Vielleicht können wir dieses Wort „Fachkräftemangel“ schon gar nicht mehr hören. In unserem Studium wird der Begriff sehr häufig gebraucht. Über das Thema sind die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Hochschule ungleich vertreten. Auf der einen Seite, die eingeladenen Gäste aus den Regionaldirektionen (übergeordnete Stellen der Arbeitsämter) und Professoren/Dozenten, die der Auffassung sind, dass der Fachkräftemangel ein Hauptproblem ist, bzw. es in Zukunft werden wird. Auf der anderen Seite gibt es einen Professor, der der Ansicht ist, dass ein Fachkräftemangel nicht existiert und auch in Zukunft nicht vorhanden sein wird.
Um zu klären, ob es einen Fachkräftemangel gibt versuche ich den Begriff für die folgende Darstellung zu erläutern. Ein allgemeiner Mangel existiert, wenn das Angebot an Arbeitskräften (ArbeiterInnen) auf dem Arbeitsmarkt geringer ist, als die Nachfrage nach Arbeitskräften (KapitalistInnen). Ein Mangel an Fachkräften im konkreten, besteht dann, wenn es zu wenige ArbeiterInnen mit Berufsabschlüssen gibt. Oftmals wird ein solcher Mangel besonders…

Ursprünglichen Post anzeigen 730 weitere Wörter

On Becoming a Real Man

Amazing thoughts

Skylar Kergil

On Becoming a Real Man
– essay written May 2013

Becoming a man could be so simple; there are religious ceremonies, puberty, and father-to-son heart to hearts than can instantly propel a boy, like myself, into manhood. Or possibly it will be the moment I get a real job, get married, and have a kid. Or perhaps it was earlier, when I signed that line to register for the selective service. But where and when does the “real” come into play? Regardless, I seemed to have chosen the most unconventional way of asserting my manhood (God bless my Mom and Dad at the time). Real or not, here I come.

“So when did you know?” I am asked frequently. “How did you know?” Another popular one as well. “When did you come out?” As if there was only one time (the most recent of which is right now!). “If you…

Ursprünglichen Post anzeigen 922 weitere Wörter

Keine Homo-Hasser in Talkshows mehr!

sehr geil geschrieben, Danke

ich werde in Kürze darlegen, warum ich kein Fan von „Homo-Ehe“ bin, obwohl selbst schwul und seit 30 Jahren Aktivist

Just Dave's Blog

Im Zuge der Debatte um die steuerliche und rechtliche Gleichstellung der Homo-Ehe kommen nicht nur die Befürworter oder Betroffenen zu Wort sondern auch die Gegner. Das ist bei einer demokratisch geführten Debatte über ein gesellschaftlich relevantes Thema auch positiv. Doch sind die Meinungen, die die Gegner der Gleichstellung von Homosexuellen und Lesben öffentlich äußern an der Grenze zur Diffamierung. Daher möchte ich fragen: Wo hört Meinung auf und wo fängt Diskriminierung an?

David Berger, Theologe und Chefredakteur des Schwulenmagazins „Männer“ forderte vor Kurzem in einem Kommentar solche Äußerungen gänzlich aus Talkshows zu verbannen. Berger führt auf, dass in Talkshows homosexuelle Menschen als „widernatürlich Unzüchtige“ und „Perverse“ bezeichnet werden, sie seien aufgrund ihres Lebensstils „im Irrtum“ und gefährdeten den gesellschaftlichen Frieden und Wohlstand. Daneben werden teilweise stark verschwörerische Theorien angeführt, dass die tatsächlichen Ansichten der Gesellschaft durch einen „unangebrachten gesellschaftlichen Hype um das Schwulsein“ und eine einflussreiche „Homo-Lobby“ verdeckt werden.

Ist…

Ursprünglichen Post anzeigen 716 weitere Wörter