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Bedingungsloses Grundeinkommen – eine kleine Auswahl verschiedener Finanzierungsmodelle

Immer wieder wird die Frage gestellt, wie denn ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) bezahlt werden soll. Einige behaupten sogar, das ließe sich ja überhaupt nicht finanzieren. Das ist natürlich völliger Unfug. Wenn die Menschen gemeinsam eine solche Einrichtung etablieren wollen, dann gibt es selbstverständlich auch Mittel und Wege dazu. Alles nur eine Frage der Organisation.

Bei Vorträgen, Infoständen und Veranstaltung jeder Art verweise ich unbeirrt darauf, dass eine solche Frage danach, wer es denn bezahlen solle, fast immer eine rein rhetorische ist. Außerdem richte ich bewusst die Aufmerksamkeit auf den Bildungsauftrag. Dieser muss in erster Linie erfüllt werden – weit über die Hälfte der Bevölkerung hat noch nie von dieser Idee gehört. Bei der anderen Hälfte kommt es nicht selten zu Begriffsverwirrungen: da werden dann BGE, Mindestlohn, Grundsicherung, alles in einen Topf geworfen, was jedoch keinerlei Zusammenhang enthält.

Es ist unbedingt erforderlich, dass in der breiten Bevölkerung ein Verständnis für die Idee entsteht, damit jede/r befähigt wird, eine eigene Haltung dazu zu entwickeln und sich im Falle einer Volksabstimmung auch klar entscheiden zu können. Bei einer so tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderung wie der Einführung eines BGE müssen nach meiner Meinung unbedingt direktdemokratische Prozesse eingebunden sein.

Ich stelle hier eine kleine Liste von Modellberechnungen zusammen. Diese Liste ist weit entfernt, vollständig zu sein (auf dem BIEN-Kongress 2012 in Ottobrunn war die Rede von etwa 50 – 100 verschiedenen Berechnungen).

Diese Auswahl stellt auch keine qualitative Aussage dar, sondern soll einen kleinen Überblick zeigen, auf welcher Grundlage Refinanzierungen gedacht werden. Man beachte, ich spreche hier von „Refinanzierung“, weil eine erste Finanzierung sofort und ohne weitere Maßnahmen möglich ist.

Außerdem werde ich nicht müde aufzuzeigen, dass das BGE ein reines Nullsummenspiel ist – dazu dann aber evtl an anderer Stell mehr.

Meine erste Verbindung mit dem BGE entstand durch eine Plakataktion der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“. Diese 9 Thesen zur Arbeit („http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/de/thesen“) waren mein erster Kontakt mit der Idee des BGE und seitdem bin ich leidenschaftlicher Unterstützer dieser Zukunfts- und Gesellschaftsvision

http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/de/berechnungen
Berechnungen von VWLer und Soziologen, die sich dieser Initiative angeschlossen haben

https://www.grundeinkommen.de/die-idee/finanzierungsmodelle
von Verband Netzwerk Grundeinkommen

https://www.grundeinkommen.de/content/uploads/2012/08/12-06-modelle-tabelle.pdf
Modellvergleich von dem Linken Ronald Blaschke

http://www.grundeinkommen-attac.de/grundeinkommen/
attac, AG genug für alle – etwas veraltet, aber immer noch aktuelle Grundlage

http://www.kab.de/themen/sozialstaat/grundeinkommen/
Katholische Arbeitnehmerbewegung

http://www.katja-kipping.de/de/article/89.eckpunkte-emanzipatorisches-grundeinkommen.html
Emanzipatorisches Grundeinkommen, DieLinke, Katja Kipping als hochrangigste Vertreterin

http://www.solidarisches-buergergeld.de/
Solidarischen Bürgergeld, Modell von Dieter Althaus, CDU

Beschluss Bundeskongress Grüne Jugend
Grünes Grundeinkommen, hier eine Beschlussfassung der Grünen Jugend

Liberales Bürgergeld der FDP
nicht in exsitenzsichernder Höhe, mit Zwang zur Gegenleistung

www.bge-Kreise.de
Praxisanwendung auf Grundlage einer Komplementärwährung, die ein monatliches BGE ausbezahlt, nebst einmaligem Startkapital, ein geschlossener Geldkreislauf an der Geldmenge M1 ausgerichtet mit Geldschöpfung am Menschen

https://felixccaa.wordpress.com/2013/05/31/4-saulen-modell-ein-mogliches-konzept-zur-finanzierung-des-bedingungslosen-grundeinkommens/
Meinem eigenes REfinanzierungs-Modell: das 4-Säulen-Modell – und weitere Artikel zum BGE

„Gott in der Kneipe“?

Unter dem Titel „Christuskirche auf Tour!“ fand heute Abend eine außergewöhnliche Begegnung in der Kölner Innenstadt statt („http://www.thomaschristuskirche-koeln.de/News-Details.aspx?newsid=3969“):

wenn sonst der sonntägliche Kirchgang mit anschließendem Frühschoppen in der Stammkneipe zu seinem angestammten Ende findet, so hat man heute Abend erstmals den Versuch gewagt, die Wege dazwischen auszusparen und zelebrierte den Gottesdienst direkt dort, wo es anschließend ohnehin hin geht. =)

In meinen Augen eine sehr gelungene Kombination aus Andacht, Literatur-Beitrag, Chorgesang und Akkordeonmusik.

Pfarrer Christoph Rollbühler ist gelungen, was lange niemandem gelungen ist. Sowohl war die Umleitung brechend voll, als auch die Messe, was ich selbst zuletzt wohl zu meiner Zeit als Messdiener höchstens zu einem Hochamt erlebte.

Zur Predigt erläuterte er das Bedingungslose Grundeinkommen anhand des Gleichnises vom Weinberg und verwies auf die bedingungslose Liebe Gottes. Im anschließenden Gespräch zu zweit erläuterte ich, dass Götz Werner (Gründer der dm-Kette und bekannter Verfechter des BGE) ebenfalls dieses Gleichnis nutzt. Wobei mir dessen Interpretation, dass ein Denar in der damaligen Zeit einem Wochenlohn entsprach und somit jeder der Arbeiter erhielt, was nötig war, die Familie eine weitere Woche zu ernähren, um die eigene Arbeitskraft wieder anbieten zu können, einen deutlicheren Zusammenhang zum BGE aufzeigt.

Alexander Bach hat mit einem ergreifenden Text zum Tod von Wolfgang Jorzik („https://www.facebook.com/alexanderbach.official/posts/710050955779988“) eine gelungene Abrundung gefunden.

Auch herausragend war der Chor „Ton, Weiber, Kerle“ die mit ihrem mehrstimmigen Gesang eine hohe Qualität präsentierten und der Akkordeonspieler (Name muss von mir später ergänzt werden). Mit bekannten Stücken unter anderem von den Bläck Fööss „In unserem Veedel“ fand die Messe ihren Abschluss.

Ich werde wohl auch weiterhin nicht zum Kirchgänger werden, nachdem ich mich vor Jahrzehnten zurückgezogen habe. Wenn aber bei den Menschen ein Bedürfnis vorhanden ist, gemeinsame Rituale und Gemeinschaft zu leben, ist dieses Beispiel sicherlich eins, das Schule machen dürfte.

Vielen Dank, ich habe es genossen.